Der Lüftungsplan


Aktuell veröffentlicht: Urteil des Landgerichts Aachen vom 2.7.2015 (2 S 327/14)

Im Schlafzimmer einer Mietwohnung hat sich an einer Wand ein Schimmelpilz gebildet. Der herbeigerufene Sachverständige sah die Ursache nicht in baulichen Mängeln, sondern vielmehr in der ungünstigen Möblierung des Raumes. Der Schadenfreiheit hätte hier nur durch verstärktes Heiz- und Lüftungsverhalten begegnet werden können.

Nach Auffassung des Landgerichts sei die Mietwohnung deshalb mangelhaft gewesen, weil sie den Mietern ein übermäßiges Lüften abverlangt habe. Die Notwendigkeit eines täglichen drei- bis viermaligen Lüftens sei als Mangel zu werten.

Die Vermieterin sei verpflichtet gewesen, auf den erhöhten Lüftungsbedarf hinzuweisen.

Das Landgericht kam zu der Überzeugung, dass die Mieter aufgrund des fehlenden Hinweises auf den erhöhten Lüftungsbedarf die Schimmelbildung nicht zu verantworten haben. Auch die Möblierung der Außenwand begründet keine Verantwortlichkeit.

Denn es gehöre zum vertragsgemäßen Gebrauch, dass der Mieter seine Möbel an jedem beliebigen Platz nahe der Wand aufstellen dürfe. Der ausreichende Abstand zur Vermeidung von Feuchtigkeit werde regelmäßig durch Scheuerleisten gewährleistet. Sollte ein größerer Abstand erforderlich sein, so müsse der Vermieter darauf hinweisen. Ein solcher Hinweis sei hier jedoch unterblieben. Diese Rechtsprechung verschärft damit die Haftung des Vermieters zusätzlich.

Die Tatsache falscher Lüftung des Mieters genügt nicht mehr, um den Vermieter von der Haftung zu befreien. Er muss zusätzlich nachweisen, dass er seine Mieter „sachgerecht und präzise“ belehrt hat und der Schimmel auf falsches Mieterverhalten zurückzuführen ist.

Die üblichen Anleitungen in den Mietverträgen, es sei „mehrfach am Tag ausreichend zu lüften, am besten mittels Stoßlüftung“ reichen nach dieser Formulierung in der Rechtsprechung keinesfalls aus.

Die Belehrung durch den Vermieter muss „sachgerecht und präzise“ sein, also genau sagen, wie oft und wie lange die einzelnen Räume gelüftet werden müssen. Dabei muss die Information auf die Verhältnisse des konkreten Falles zugeschnitten sein. Es muss also gesagt werden, welche Temperaturen in den einzelnen Räumen eingehalten werden müssen (LG Neubrandenburg WuM 2002, 309).

Natürlich muss dabei im Hinblick auf die Witterungsbedingungen und Jahreszeiten und im Hinblick auf die Lage der Wohnung (Windexposition) differenziert werden.


Mit AERATE können Sie das.

1. Die Daten des Raums und die Anzahl der regelmäßigen Nutzer werden eingegeben, wobei auch einige Gebäudedaten mit einbezogen werden müssen. Daten, die durch einfache Ermittlung bzw. Befragung erlangt werden können.


 


2. Der Menüpunkt "Raum 1" beinhaltet eine Zusammenfassung der Raumdaten und die automatisch berechnete Feuchtelast, und zwar für einen normalen Wochentag und für einen "Sonntag"; damit ist ein Tag gemeint, an dem alle Raumnutzer anwesend sind.



3. Im zweiten Teil wird die Entwicklung der Bauteiltemperatur bei unterschiedlichen Innen- und Außentemperaturen dargestellt (Tabelle 1). Die Innentemperaturen sind individuell veränderbar. Die Tabellen 2+3 zeigen die Grenzluftfeuchten zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung bei den unterschiedlichen Innen- und Außentemperaturen und berücksichtigen den aw-Wert nach DIN (Tabelle 2) und den für xerophile Schimmelpilze (Tabelle 3).



4. Der Menüpunkt "R1-1" zeigt die nunmehr errechneten notwendigen Lüftungserfordernisse für die winterliche Jahreszeit, und zwar auch differenziert für den Wochentag und den Sonntag. Der Menüpunkt "R1-2" errechnet die notwendigen Lüftungsvorgänge für die Übergangszeit.


(***Ausschnitt aus dem Bericht R1-1***)


Der Lüftungsplan kann als Anlage zum Mietvertrag vor Bezug der Wohnung aber auch nach einem Schimmelschaden nachträglich erstellt werden und entspricht den Forderungen der laufenden Rechtsprechung in Bezug auf die Aufklärungs- und Hinweispflichten des Vermieters zur Vermeidung von Feuchte- bzw. Schimmelschäden. Das automatisch im Anhang mitgedruckte Hinweis- und Erklärungsblatt rundet den Lüftungsplan ab.


Software Klima 1.3

Sie geben Ihre im Ortstermin erhobenen Daten in die Maske ein und können alle wichtigen Eckdaten sofort ablesen.


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